während der Adventszeit hatte ich Euch verschiedentlich versprochen, nächstes Jahr kommen ein paar neue Gemüse- und Obstsorten zum Angebot für den Kaufladen dazu. Soweit so gut. Außerdem habe ich eine wunderbare Anfrage für einen realistisch gefilzten Krautskopf in Originalgröße. Also kümmere ich mich jetzt erst mal um die Kohlsorten. Allen voran den Blumenkohl.

Erst mal Blumenkohl anschauen und analysieren. Jetzt lachen mich bestimmt viele aus, warum ich Blumenkohl analysieren muss, um ihn zu filzen. Das ist ganz einfach. Erstens weiß man meist nicht so genau, wie so eine Frucht wirklich aussieht, vor allem die Farben hat man nur so ungefähr im Kopf. Zweitens möchte ich zwar einen Blumenkohl darstellen, aber natürlich geht das nicht so ganz realistisch. Ich muss mir erst mal überlegen, worauf kommt es an. Was ist denn wichtig am Blumenkohl, dass auch jeder weiß, dass es ein Blumenkohl ist.
Dabei war dann ganz schnell klar, dieses Grün gibt es nicht. Bei keinem meiner Wollhändler*innen ist ein wirklich gutes Kohlgrün zu haben. Und da ich gerade großes Glück hatte und von der Wollwerkstatt Pupeter (https://wollwerkstatt-pupeter.de/) eine Probe Kardenband vom Waldschaf bekommen habe, werde ich das halt färben.

jetzt kannte ich die Wolle natürlich so gar nicht und deshalb erst mal Probe filzen.
FAZIT: Filzverhalten super, Schrumpfung super, Endergebnis für Spielzeug leider zu haarig, für die erste Entwicklung aber super. Und vor allem lässt sich das Kardenband wunderbar färben, ohne sich gleich so zickig anzustellen, wie manche Kammzüge.
Da das ganze jetzt ein Produkt werden soll und nicht nur ein einzelnes Objekt, ist genaue Dokumentation angesagt. Und das ist nicht meine Stärke. Das kann mir schon mal die Arbeit vermiesen, wenn ich so ganz genau planen und aufschrieben muss, wie ich jetzt die Farbe gemischt und verarbeitet habe. Aber hilft ja nichts, später bin ich dann froh, wenn ich genau weiß, wie ich das gemacht habe.
Bei meine Goldfärbung bin ich heute froh es genau aufgeschrieben zu haben.

Und dann kann es endlich losgehen.
Blumenkohl.
So grundsätzlich habe ich mir schon lange Gedanken gemacht, wie ich die Form dieser Blume hinbekomme, ist ja auch kein Geheimnis. Dicke Vorfilzstücke auf einem dünneren Filz ergeben eine wellige Gesamtstruktur. Die ist gut zu dosieren, je nach Größe der Vorfilzstücke und Schrumpfung des Vorfilzes wird sie mal feiner, mal gröber, mal flacher und mal welliger. Jetzt gilt aber auch hier, es soll ja ein Produkt werden, also auch in Kleinserie herstellbar sein und das noch in einer Zeit, die später noch kalkulierbar ist. Dazu braucht es dann doch ein paar Versuche, auch wenn gleich der erste ganz ordentlich gelungen ist.

Endgültig fertig war das Produkt Blumenkohl erst, nachdem ich eine andere Wolle verwendet hatteund auch die Farbe der Wolle nochmal nachgebessert hatte. Der Filz sollte etwas glatter sein und die Farbe ein bisschen weniger blau. Ich denke, das wird sich im Laufe der Zeit auch noch verändern, jetzt bin ich aber erst mal zufrieden und dann sehen wir weiter.

Ab jetzt entscheiden die Kundinnen und Kunden, ob dieser Blumenkohl Einzug in Kinderzimmer hält. Stückpreis, wie der große Lauch und der Salatkopf – 15,- €.
Fotos und Text: Margit Röhm


