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    Skandinavisches Mammut

    31. Juli 2016 - Author: Margit

        (Eigentlich – schon wieder ein Beitrag, der mit eigentlich beginnt, dabei wollte ich dieses Wort doch aus meinem Leben und Wortschatz verbannen -)

     Also Eigentlich wollte ich mir mal eine Pause von der Rohwolle gönnen. Seit dem Frühjahr war ich im Rohwollrausch und hab alles verfilzt was die Schafe so hergaben. Von den langen grauen Zotteln der Heidschnucke, über das weiche Vlies der Oussant-Schafe bis zu den feinen Löckchen der Teeswater-Schafe war alles dabei. Dicke Pelze und zottelige Haarpracht für allerlei Getier. In braun, grau, weiß und rötlich Naturtöne in lebendigen Nuancen allein durch die Witterung geschaffen.

    DSCF9279

    Eigentlich wollte ich vor allem mal wieder Farbe auf dem Arbeitstisch sehen. So richtig leuchtende, bunte Farben. Rote, gelbe, grüne, blaue Farben aus dem Chemiekasten der Textilindustrie.

    Eigentlich wollte ich außerdem kleinere Objekte filzen. Fingerpüppchen, Apfelmäuschen und feine Fummel, um mich so langsam auf einen geruhsamen Urlaub vorzubereiten und Ware für die Herbstsaison zu produzieren.

    Dann kam aber, wie so oft, alles anders. Susann hatte ein Fellchen aus der Lieferung Skandinavische Locke übrig, das so gar nicht in die Produktpalette passen wollte, das außerdem nicht so recht definierbar war, waren das nun Locken oder nicht, war das braun oder schwarz oder doch ganz anders. In ihrer Ratlosigkeit hat sie es kurzerhand mir angeboten. Wahrscheinlich hat sie sich gedacht „Triluna kann alles brauchen“. Und ich hab natürlich zugesagt, weil „Triluna ja alles brauchen kann, solange es nur Wolle ist“.

    Das Vlies, das sich aus der Tüte schälte war dann aber eine echte Überraschung. Erst mal war es mit 3,2kg echt kein kleines Fellchen. Außerdem hing es schön zusammen, ohne auch nur ein bisschen verfilzt zu sein und die Farbe und die Locken waren sehr wundersam. Feine kleine fast Schwarze Locken wechselten mit längeren geraden Zotteln in hellbraun ab. Als ich es dann ausgebreitet hatte, war mir auch klar warum. Das kann unmöglich ein Schaf gewesen sein, das Vlies hatte einen Rüssel. 4 stämmige Beine und einen breiten Rücken. Die hatten da in Skandinavien gar kein Schaf geschoren, da hat sich ein kleines Mammut eingeschlichen und wollte seinen Winterpelz loswerden.

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    Stehn die eigentlich unter Artenschutz? Tatsächlich nicht. Mammuts stehen nicht unter Artenschutz. Schade eigentlich, wo die doch so selten sind.

     

    Ich war kurz entschlossen und hab dem Mammut seine Gestalt zurückgegeben. Klein, Kurzbeinig, etwas tollpatschig aber mit einem echten zotteligen Mammutpelz, einem langen behaarten Rüssel und treuherzigem Blick.

    mammut_1

    Was ich in meine ersten Euphorie nicht bedacht hatte: auch ein kleines Mammut ist kein Leichtgewicht. Bis es fertig ausgelegt war hatte es tatsächlich mehr als 4kg Wolle verschlungen und machte einen Dreck für zwei. In der Wolle war der Schmutz von Jahrtausenden und das wollte einfach nicht aufhören. Zu allem Überfluss passte das Ding in keine Schleuder und hatte einen Wasser und Seifendurst, der mich an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit brachte.

    Deshalb mußte es dann doch noch eine Nacht schlafen, vor ich es fertig machen konnte. Dann aber stand es da. 1Meter hoch, (im Sitzen) und gut 60cm breit. Mit langen Stoßzähnen und pelzigen Ohren (die ich zuerst vergessen hatte). Vor allem aber ist es weich – seeeehhhhhr weich. Eine typische skandinavische Locke zum Knuddeln.

    ICH LIEBE ES

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